Zivilisten

Die zivile Darstellung ist ein unglaublich weites Spielfeld. Einige von uns haben ihre Rolle, z.B. als Schneider oder als kulturfördernde Witwe bereits gefunden. Andere überlegen noch, was wohl vor 150 Jahren aus ihnen geworden wäre.

Anders als bei der militärischen Darstellung, gibt es bei der zivilen keine Vorschriften, die uns den Alltag der Bürger, Bauern und Revoluzzer beschreiben. Heben Sie alte Kleider und Jacken auf? Wo steht Ihr alter C64? Denken Sie darüber nach, schriftlich oder bildlich festzuhalten wie Sie abwaschen, bügeln oder sich die Zähne putzen, damit spätere Generationen die Arbeitsschritte nachvollziehen können? Sicherlich nicht!

Das war vor 150 Jahren nicht anders und dieser Umstand erschwert uns die Recherchen erheblich. Eine ernsthafte zivile Darstellung ist daher die vielleicht aufwendigste aller möglichen Darstellungsarten. Untersützung finden wir dabei u.a. in Museen, zahlreichen spezialisierten Vereinen, bei Tanzlehrern und den digitalisierten Beständen vieler Universitäten.

Momentan beschäftigen uns Fragen rund um handwerkliche Gepflogenheiten, die journalistischen Entwicklungen, welche Lebensmittel waren in welcher Region üblich, wie wurde wo getanzt uvm.

Wir setzen uns aber auch damit auseinander, welche Ängste und Gedanken die Menschen während der Revolution bewegt haben. Wie hat es sich angefühlt, wenn plötzlich Soldaten im eigenen Haus einquartiert wurden? Welche Wege standen im Umgang mit dem Militär offen und welche Konsequenzen konnte das haben?

Gemeinsam eröffnen wir uns so ein Zeitfenster, werfen einen Blick hinein und erleben die Geschichte.