{"id":13,"date":"2017-01-15T20:11:43","date_gmt":"2017-01-15T20:11:43","guid":{"rendered":"http:\/\/ig-1848-1849.derdickepreusse.de\/?page_id=13"},"modified":"2017-10-31T13:42:16","modified_gmt":"2017-10-31T13:42:16","slug":"geschichtlicher-hintergrund","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?page_id=13","title":{"rendered":"Geschichtlicher Hintergrund"},"content":{"rendered":"<div id=\"content-side\" class=\"side\">\n<div id=\"content-side2\" class=\"side2\">\n<div class=\"container-content\">\n<div id=\"content-content\">\n<div id=\"content-content-inner\" class=\"container-content-inner\">\n<div id=\"widget-6a979e2c-a842-7fe4-136b-3413146f3e60\" class=\"widget widget-pagecontent \">\n<div class=\"widget-content\">\n<div id=\"widget-f774a793-0520-45bc-9e12-aefb9f8dcd74\" class=\"widget widget-text \">\n<div class=\"widget-content\">\n<p><strong>Eine bewegte Zeit!<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">06. August 1806: Franz II., Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reichs Deutscher Nation und Kaiser von \u00d6sterreich, legte die Krone des R\u00f6mischen Reiches ab und erkl\u00e4rte das Reich f\u00fcr erloschen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Damit war ein \u00fcber 800 Jahre lang bestehender Bund zerst\u00f6rt worden. In diesem Bund waren unz\u00e4hlige Herrschaftsbereiche von weltlichen und geistlichen F\u00fcrsten vereinigt. Napoleon zog neue Grenzen. Das Gesicht Mitteleuropas ver\u00e4nderte sich. Von ihm erhobene K\u00f6nige bekamen Land geschenkt, anderen wurden Gebiete beraubt. Loyale Vasallen bekamen Titel und L\u00e4nder, w\u00e4hrend andere Staaten von den Landkarten verschwanden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Nach dem desastr\u00f6sen Feldzug gegen Russland erhoben sich viele F\u00fcrsten gegen ihn. Die sogenannten Befreiungskriege begannen und viele M\u00e4nner meldeten sich freiwillig zu den Fahnen um die ungeliebten Franzosen und ihren usurpatorischen Kaiser zu vertreiben. K\u00f6nige versprachen ihren V\u00f6lkern Verfassungen, B\u00fcrgerrechte und weitgreifende Freiheiten, wenn sie doch nur zu den Waffen griffen und gegen Napoleon ins Feld ziehen w\u00fcrden. Dichter und Schriftsteller ermahnten, sich der \u201eteutschen\u201c Ehre bewusst zu sein, an das Verm\u00e4chtnis jener Germanen, welche einst die Legionen des Varus vernichteten, anzukn\u00fcpfen und als Deutsche die franz\u00f6sischen Horden \u00fcber den Rhein zu treiben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Eine Welle des Patriotismus und des Nationalismus schwappte durch die Gebiete des ehemaligen Heiligen R\u00f6mischen Reiches. Menschen in Preu\u00dfen, W\u00fcrttemberg, Baden, Bayern, Hamburg und Hessen verstanden sich nun als Deutsche und als Napoleon 1815 gemeinsam, Schulter an Schulter besiegt worden war, da kehrten die Soldaten zur\u00fcck in ihre Heimat. Unter Studenten und vielen Gelehrten wuchs der Wunsch heran, ein geeintes Deutschland zu schaffen. Gemeinsam hatten sie die Bedrohung durch den franz\u00f6sischen Feind abgewehrt, gemeinsam wollte man nun auch leben, arbeiten und handeln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In Wien tagte zur gleichen Zeit der sogenannte Wiener Kongress unter der Leitung des \u00f6sterreichischen F\u00fcrsten von Metternich. Sein Ziel war es, in Europa ein Machtgleichgewicht zu schaffen und in dieses Konzept passte ein geeinter deutscher Nationalstaat nicht. Zumal die deutschen F\u00fcrsten auch nicht daran interessiert waren, Macht und Verm\u00f6gen aufzugeben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Die K\u00e4mpfer der Freiheitskriege wurden entt\u00e4uscht, als sie nach Hause zur\u00fcckkehrten. Viele F\u00fcrsten erinnerten sich nicht mehr an ihre Versprechen von B\u00fcrgerrechten, Verfassungen oder Freiheiten. Auch der Wunsch nach einem deutschen Staat zerplatzte wie eine Seifenblase. Wer dennoch weiterhin davon sprach musste mit Bespitzelung und Verfolgung rechnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Deutschland blieb ein Flickenteppich auf der Landkarte. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Als Verteidigungsb\u00fcndnis gegen innere und \u00e4u\u00dfere Feinde wurde 1815 zwar der Deutsche Bund gegr\u00fcndet und in Frankfurt am Main ein Bundestag errichtet. Mit einem deutschen Nationalstaat hatte dies aber nichts zu tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Im Jahre 1848 war Deutschland also zerteilt in Herzogt\u00fcmer, Grafschaften und K\u00f6nigreiche. Es waren mehr als 35 kleine Einzel- und Stadtstaaten mit eigener W\u00e4hrung, eigenen Regierungen, eigenen Staatsapparaten, Ma\u00dfeinheiten, Gesetzen, Vorschriften und eigenem Milit\u00e4r.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Viele Reformer forderten jedoch weiterhin in Schriften ein geeintes Deutschland, ohne Z\u00f6lle, Reiseverordnungen und \u2013Einschr\u00e4nkungen. Sie forderten eine unzensierte Presse und eine Polizei, die dem Volk und nicht dem Herrscher diente. Sie forderten ferner freien Wahlen, und auch pers\u00f6nliche unver\u00e4u\u00dferliche Freiheit, Abschaffung der Adelsprivilegien und die M\u00f6glichkeit, dass jeder sein individuelles Gl\u00fcck selbst in den H\u00e4nden halten konnte und nicht die Geburt dar\u00fcber entschied, wer man war und was man durfte oder erreichen konnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Der Gedanke, die Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren, war in den K\u00f6pfen der Deutschen gepflanzt und musste nur gehegt werden, damit er reifte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Neben den ideellen Ver\u00e4nderungen, bedingt durch die Franz\u00f6sische Revolution und die vorangegangene Aufkl\u00e4rung, war die Wirtschaft in Europa von einem Wandel ergriffen: Von England aus erreichte eine ganz andere Revolution ab den 1830er Jahren den Kontinent: die industrielle Revolution.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Dampfmaschinen, Eisenbahnen, Fabriken und Massenprodukte eroberten auch die deutschen Staaten und ver\u00e4nderten die sozialen und wirtschaftlichen Lebensbereiche. Kleinhandwerker verloren ihre Existenzen und Arbeitspl\u00e4tze zu extremen Niedrigl\u00f6hnen in unmenschlichen Fabriken entstanden. Tuchfabriken ersetzten die Produkte der kleinen Heimweber und trieben diese an den Rand des Existenzminimums. Schuhfabriken und gro\u00dfe N\u00e4hereien machten es f\u00fcr eigenst\u00e4ndige Handwerker sehr schwierig zu \u00fcberleben. Banken und Gro\u00dfindustrielle erlangten gro\u00dfen Einfluss auf die sozialen Umst\u00e4nde der Bev\u00f6lkerung. Tagel\u00f6hner und Fabrikarbeiter zogen in die gro\u00dfen St\u00e4dte, welche sprunghaft anwuchsen. Armenviertel entstanden. Die Not der Menschen wurde gr\u00f6\u00dfer. Hatte vor zehn Jahren ein Handwerksmeister mit seinem Einkommen noch die Familie ern\u00e4hren k\u00f6nnen, so mussten nun alle Familienmitglieder, auch die Kinder, arbeiten gehen um einigerma\u00dfen \u00fcber die Runden zu kommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">1830 kam es in Paris zu einer erneuten Revolution. Sie wurde blutig niedergeschlagen. Doch anders als 1789 gab es nun auch in anderen europ\u00e4ischen Staaten Menschen, die sich auflehnten, die den Gedanken der Revolution weitertrugen und laut forderten, was ihnen fehlte. Neben den sozialen Missst\u00e4nden wurde dabei auch immer wieder der Wunsch nach einem Nationalstaat ge\u00e4u\u00dfert. Vorrangig blieb es 1830 noch beim Widerstand gegen die industriellen Ver\u00e4nderungen und dem Kampf um soziale Verbesserungen. Es kam zu Kundgebungen, \u201eMaschinenst\u00fcrmen\u201c und Protesten. Vielleicht hatten die F\u00fcrsten nicht erkannt, was sich da zusammenbraute, vielleicht glaubten sie, all diese Erscheinungen des Untertanenungehorsams allein mit Bajonetten und Polizeis\u00e4beln im Keim ersticken zu k\u00f6nnen. Jedenfalls erkannten die wenigsten Verantwortlichen, welcher Zukunft sie entgegen sahen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Nicht die Deutschen allein strebten einen Nationalstaat an. Viele andere V\u00f6lker sehnten sich ebenso nach einem eigenen Staat und einem Ende der Fremdherrschaft. Namentlich die Polen, Griechen, Ungarn und Italiener wollten das Joch der Fremdherrschaft loswerden und sich selbst regieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Gerade die Polen, einst von Napoleon mit gro\u00dfen Versprechungen \u00fcber einen souver\u00e4nen Nationalstaat in dessen Armeen gek\u00f6dert, sahen ihr Reich nach den Befreiungskriegen besetzt von Preu\u00dfen, \u00d6sterreichern und Russen. Sie waren aufgespalten und ihrer Nationalit\u00e4t beraubt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Die Griechen k\u00e4mpften Seite an Seite mit Freiwilligen aus ganz Europa gegen die t\u00fcrkisch-osmanische Fremdherrschaft. Italien, \u00e4hnlich zerst\u00fcckelt wie Deutschland, war teilweise von \u00d6sterreich und Spanien besetzt. Die Ungarn, von \u00d6sterreich beherrscht, strebten ebenfalls nach Freiheit. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">1830 wurde ein nationalpolnischer Aufstand von russischem und \u00f6sterreichischem Milit\u00e4r zusammengeschossen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Auf dem Hambacher Fest im Jahre 1832 forderten viele Deutsche einen vereinten Nationalstaat und hissten die schwarz-rot-goldene Trikolore; daneben die polnischen Farben als Solidarit\u00e4tsbekundung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Der Begriff Revolution war in aller Munde. Auf Dr\u00e4ngen des Chefreaktion\u00e4rs von Metternich hatten die deutschen F\u00fcrsten bereits 1819 die sogenannten Karlsbader Beschl\u00fcsse erlassen, einen Katalog mit Ma\u00dfnahmen gegen revolution\u00e4re oder nationalistische Bestrebungen. Grund lieferte ihnen damals der Student Karl Sand, welcher den Schriftsteller August von Kotzebue ermordete, weil dieser unter anderem die deutsche Nationalidee ablehnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Nach dem Hambacher Fest versch\u00e4rften die F\u00fcrsten die Drangsalierung und Verfolgung der Demagogen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Calibri;\">1833 versuchten Studenten in Frankfurt am Main Waffen aus dem Arsenal des Stadtmilit\u00e4rs zu stehlen und den Bundestag zu \u00fcberfallen um die Schaffung eines deutschen Nationalstaates zu forcieren. Auch dieser Aufstand erstarb im Pulverdampf des Milit\u00e4rs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts kam es in Europa zu gro\u00dfen Missernten und daraus resultierend zu Aufst\u00e4nden, die nicht nur die hohen Lebensmittelpreise, sondern auch all die anderen Probleme des Volkes zur Ursache hatten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In Schlesien erhoben sich die Weber und protestierten gegen ihre Lebensumst\u00e4nde und die Industrialisierung. Preu\u00dfen schickte Milit\u00e4r, der Aufstand wurde niedergeschossen. Die Polen begehrten 1846 erneut auf und wurden von preu\u00dfischen Bajonetten auseinander getrieben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In Berlin kam es 1847 zur sogenannten Kartoffelrevolution. Auch hier schickte man das Milit\u00e4r. Trotz Zensur, Bespitzelung, Verfolgung und Denunzierungen gelangten immer mehr aufkl\u00e4rerische Schriften, Flugbl\u00e4tter und Plakate in Umlauf. Auf Versammlungen h\u00f6rten Studenten, Handwerksgesellen, B\u00fcrger und Arbeiter den Reden von liberalen oder radikalen Demokraten und Republikanern zu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Die Z\u00fcndschnur am Pulverfass war gelegt!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Als im Februar 1848 wieder eine Revolution in Frankreich stattfand, entz\u00fcndete sich daran ganz Europa. In Preu\u00dfen, Ungarn, Baden, W\u00fcrttemberg, Italien\u2026 \u00fcberall kam es zu Aufst\u00e4nden und blutigen K\u00e4mpfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In Berlin ging man im M\u00e4rz 1848 auf die Barrikaden. Die Revolution\u00e4re besiegten das preu\u00dfische Milit\u00e4r im Stra\u00dfenkampf und zwangen den K\u00f6nig, die gefallenen B\u00fcrger zu ehren, die Farben der Revolution, schwarz-rot-gold, anzulegen und sich an die \u201eSpitze der Bewegung\u201c zu stellen. Man rang ihm auch weitergehende Zugest\u00e4ndnisse ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In Wien gelang es ebenfalls, die Regierung mitsamt dem Kaiserhof zu verjagen. Die Ungarn und die Italiener stellten schlagkr\u00e4ftige Armeen auf und zogen gegen die kaiserlichen \u00f6sterreichischen Truppen ins Feld.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In Schleswig und Holstein begehrte man gegen die d\u00e4nische Fremdherrschaft auf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In Deutschland beugten sich die F\u00fcrsten der Revolution\u2026vorerst. In der Paulskirche in Frankfurt am Main errichtete man eine Nationalversammlung und hielt Wahlen ab. Die Abgeordneten zogen feierlich in die Paulskirche ein und debattierten von nun an \u00fcber eine gesamtdeutsche Verfassung und alles deutete daraufhin, dass es eine konstitutionelle Erbmonarchie in Deutschland geben werde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">M\u00e4nnern wie Friedrich Hecker und Gustav (von) Struve passte das nicht. Als radikale Republikaner waren sie der Meinung, dass die Menschen in Deutschland nur frei sein konnten, wenn Deutschland ein F\u00f6deral-Staat nach Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika werden w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Mit Waffengewalt wollten sie dies im April 1848 durchsetzen. In Baden scharrten sie eine kleine Armee um sich und marschierten auf Frankfurt zu, um die Nationalversammlung zu st\u00fcrzen und Neuwahlen zu erreichen. Hessisches, badisches und w\u00fcrttembergisches Milit\u00e4r setzte diesem Zug auf der Scheideck bei Kandern ein blutiges Ende. Struve versuchte es im September 1848 noch einmal und scheiterte wieder kl\u00e4glich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">In Wien war die Lage nicht ganz so g\u00fcnstig f\u00fcr die Revolution\u00e4re. Die geschlagenen deutsch-\u00f6sterreichischen Truppen wurden gegen die Ungarn entsandt und Einheiten aus den \u00f6sterreichischen Grenzgebieten, wie zum Beispiel Kroatien, nach Wien gef\u00fchrt. In harten K\u00e4mpfen eroberten diese Wien zur\u00fcck. Die Hinrichtung des Parlamentariers Robert Blums, welche gegen jedes Recht verstie\u00df, war ein gezielter Affront gegen die Frankfurter Nationalversammlung. Dort beschloss man daher notgedrungen, ein Deutsches Reich unter Ausschluss der \u00f6sterreichischen Gebiete zu erschaffen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Anfang des Jahres 1849 hatte die Nationalversammlung in der Paulskirche eine Reichsverfassung f\u00fcr ein gesamtdeutsches Kaiserreich entworfen und den Preu\u00dfenk\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV. zum deutschen Kaiser erw\u00e4hlt. Eine Delegation wurde nach Berlin gesandt. Doch der K\u00f6nig, welcher zuvor noch Anzeichen einer Zusage gegeben hatte, lehnte br\u00fcsk ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Er empfange die Kaiserkrone nicht aus den H\u00e4nden des einfachen P\u00f6bels, meinte er. Zuvor hatte er schon eigenm\u00e4chtig einen Friedensvertrag mit D\u00e4nemark ausgehandelt und war damit der Nationalversammlung, welche sich als legitime Regierung Deutschlands verstand, in den R\u00fccken gefallen. Nun entzog er ihr s\u00e4mtliche Befugnisse in Preu\u00dfen und weitere Landesf\u00fcrsten folgten seinem Beispiel. Mit einem Schlag war die Nationalversammlung entmachtet und die Erfolge der Revolution zunichte gemacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Der letzte Ausweg war die Aufforderung des Parlaments im Mai 1849 an das deutsche Volk, die Waffen zu ergreifen und die Durchsetzung der Reichsverfassung und der Staatsbildung mit Gewalt zu erwirken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Einzig in Dresden, der damals bayrischen Pfalz und in Baden kam es zu ernsthaften Versuchen. W\u00e4hrend der Aufstand in Dresden rasch durch preu\u00dfisches und s\u00e4chsisches Milit\u00e4r zerschlagen werden konnte, gelang es in Baden und der Pfalz, eine provisorische Regierung zu bilden und sogar gro\u00dfe Teile des Milit\u00e4rs, welches zu den Demokraten \u00fcberging, auf die Reichsverfassung zu vereidigen. Der badische Gro\u00dfherzog, welcher aus seinem Land fliehen musste, rief die Preu\u00dfen und sp\u00e4ter die F\u00fcrsten des Bundes zu Hilfe. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Die Preu\u00dfen waren jedoch durch lokale Aufst\u00e4nde im Rheinland und der Grafschaft Mark noch gebunden. Einige Landwehr-Bataillone dort verweigerten n\u00e4mlich die Einkleidung, da man nicht auf die deutschen Br\u00fcder in Baden schie\u00dfen wolle. Schlie\u00dflich verteidigten diese ja nur die rechtm\u00e4\u00dfige Verfassung und der preu\u00dfische K\u00f6nig habe das Recht gebrochen. Offiziere wurden verjagt und Zeugh\u00e4user erst\u00fcrmt. In Elberfeld, D\u00fcsseldorf und Iserlohn kam es zu blutigen K\u00e4mpfen mit dem regul\u00e4ren Milit\u00e4r, welches die Aufst\u00e4nde schnell und teils sehr blutig beendete.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Zusammen mit verb\u00fcndeten Truppen des deutschen Bundes fielen die Preu\u00dfen anschlie\u00dfend in Baden und die Pfalz ein. In einem kurzen, aber blutigen Feldzug \u201ebefreiten\u201c sie die L\u00e4nder von den Demokraten. An dem Tag, an dem die badisch-pf\u00e4lzische Garnison der Festung Rastatt sich nach langer Belagerung den Preu\u00dfen ergab, starb die Revolution in Deutschland.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">So waren also im Oktober 1849, nach der Zerschlagung der ungarischen Armee durch \u00f6sterreichische und russische Truppen, die alten Machtverh\u00e4ltnisse in Europa gr\u00f6\u00dftenteils wieder hergestellt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Freiheit, Recht und Einigkeit waren allein ein Traum von vielen geblieben und nicht wenige suchten ihr Gl\u00fcck nun im Ausland. Sie emigrierten nach Amerika, in die Schweiz, nach England oder nach Frankreich. Einige kehrten nach Jahren wieder zur\u00fcck, andere fanden in der Ferne eine neue und vielleicht bessere Heimat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Manch einer stand aber auch sp\u00e4ter noch f\u00fcr die Ideale von 1848 und 1849 ein, manchmal auch mit seinem Leben, wie die Biographien ber\u00fchmter Revolution\u00e4re zeigen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Revolutionsteilnehmer wie Willich, Sigel, Hecker und Schurz fanden sich zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter in einem anderen blutigen Konflikt wieder. Auch Einwanderer aus Polen, Ungarn und Italiener traten dort f\u00fcr dieselben Werte ein wie schon 1848. Wieder sahen sie es als einen Kampf f\u00fcr Einheit, Recht und Freiheit, als einen Kampf gegen eine andere Art der Aristokratie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri;\">Als am 12 April 1861 konf\u00f6derierte Batterien die Unionsfestung Fort Sumter im Hafen von Charleston in South Carolina beschossen und damit den amerikanischen B\u00fcrgerkrieg begonnen, sammelten sich Tausende von deutschen Auswanderern um das Sternenbanner um f\u00fcr ihre neue Heimat zu k\u00e4mpfen und f\u00fcr die Freiheit der Sklaven zu sterben, doch das ist eine andere Geschichte\u2026<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine bewegte Zeit! 06. August 1806: Franz II., Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reichs Deutscher Nation und Kaiser von \u00d6sterreich, legte die Krone des R\u00f6mischen Reiches ab und erkl\u00e4rte das Reich f\u00fcr erloschen. Damit war ein \u00fcber 800 Jahre lang bestehender Bund zerst\u00f6rt worden. In diesem Bund waren unz\u00e4hlige Herrschaftsbereiche von weltlichen und geistlichen F\u00fcrsten vereinigt. <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?page_id=13\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":4,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-13","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/13","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/13\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":614,"href":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/13\/revisions\/614"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}