{"id":625,"date":"2016-06-30T14:07:29","date_gmt":"2016-06-30T14:07:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=625"},"modified":"2017-10-31T14:08:14","modified_gmt":"2017-10-31T14:08:14","slug":"die-legende-um-johann-adam-stumpf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=625","title":{"rendered":"Die Legende um Johann Adam Stumpf"},"content":{"rendered":"<div id=\"column1\" class=\"container column1 column column-left border-none\"><\/div>\n<div id=\"content\" class=\"container content border-none\">\n<div id=\"content-top\" class=\"top\"><\/div>\n<div id=\"content-side\" class=\"side\">\n<div id=\"content-side2\" class=\"side2\">\n<div class=\"container-content\">\n<div id=\"content-content\">\n<div id=\"content-content-inner\" class=\"container-content-inner\">\n<div id=\"widget-6a979e2c-a842-7fe4-136b-3413146f3e60\" class=\"widget widget-pagecontent \">\n<div class=\"widget-content\">\n<div id=\"widget-9f8fdc42-63c9-4cb4-a137-a0b9a7ff3db9\" class=\"widget widget-text \">\n<div class=\"widget-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"image-block caption-over-image\"><a href=\"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/19.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-123\" src=\"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/19-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/19-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/19-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/19-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/19-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p>Bei der Zusammenarbeit mit dem Odenw\u00e4lder Freilandmuseum in Gottersdorf wurde uns durch den ehemaligen Leiter, Herr Naumann, eine Familiengeschichte zur Verf\u00fcgung gestellt. In dieser findet sich folgende Passage zu den revolution\u00e4ren Ereignissen von 1849.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir hatten daraufhin die Veranstaltung &#8222;Der Fenstersprung in die Freiheit&#8220; in dem Museum organisiert und auch die Familiengeschichte ein wenig kritisch unter die Lupe genommen. Das Ergebnis finden Sie hier:<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Johann Adam Stumpf \u2013 Heldenprahlerei und historische Fakten<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">Eine Aufarbeitung der Geschichte um die Flucht des Johann Adam Stumpf aus Unterschwarzach<\/p>\n<p align=\"center\">im Jahre 1849<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Text einer kurzen Chronik der Familie Stumpf, bez\u00fcglich des Familienwappens, verr\u00e4t die Geschichte von einem Familienmitglied, welches sich w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe um die Reichsverfassung 1849 in Baden besonders hervorgetan hat und schlie\u00dflich aus diesem Grund zur Landesflucht und Auswanderung nach Amerika gezwungen war. Der Text dort lautet unter anderem:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201e(\u2026) Als die Preu\u00dfen im Jahre 1849, durch den damaligen Gro\u00dfherzog von Baden um Hilfe gegen die Revolution\u00e4re gebeten wurden, kamen diese auch nach Unterschwarzach in der Fr\u00fche und fragten die Bauersfrauen, wo denn ihre M\u00e4nner seien, da antworteten die tapferen Frauen: \u201edie sind schon in aller Herrgottsfr\u00fche in den Wald zum B\u00e4ume f\u00e4llen\u201c. Dabei waren die M\u00e4nner, unter ihnen auch Adam Stumpf, zu den Freischaaren \u00fcbergegangen und k\u00e4mpften am selbigen Tage erbittert bei Wimpfen am Neckar gegen die gut bewaffneten Preu\u00dfen. Bewaffnet waren sie nur mit Dreschflegeln, Misthaken und Heugabeln. Trotz dieser schlechten Bewaffnung waren die Bauern siegreich, denn von den 500 berittenen Preu\u00dfen die an der Schlacht eingesetzt waren, kamen alle ums Leben. Doch die nachr\u00fcckenden Preu\u00dfen \u00fcberw\u00e4ltigten schlie\u00dflich die Freischaaren, die fliehen mussten um nicht in Gefangenschaft zu geraten. Auch Unterschwarzach wurde besetzt und nach den heimgekehrten Freisch\u00e4rlern durchsucht.<\/p>\n<p>Als der preu\u00dfische Gendarm das elterliche Haus des Adam Stumpf betrat, fl\u00fcchtete Adam Stumpf zur Hintert\u00fcre hinaus und entkam gl\u00fccklich nach Rotterdam(\u2026)\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu diesem Text gibt es viel zu sagen, viele Informationen darin sind falsch bzw. ergeben in diesem Zusammenhang keinen Sinn. Die anderen vorhandenen bzw. vorliegenden Texte \u00fcber diesen Johann Adam Stumpf, haupts\u00e4chlich englische \u00dcbersetzungen, berichten abweichend von Werbern des Gro\u00dfherzoges, welche die Frage nach den M\u00e4nnern stellen. M\u00fcndliche \u00dcberlieferungen berichten von einem Sprung aus dem Fenster. \u00a0Anhand historischer Quellen mag dieser Text oben zeitlich zuzuordnen sein, daher soll hier der Versuch unternommen werden, anhand von Informationen aus dem Text, diesen in das historische Geschehen einzubinden und herauszufinden, was damals vermutlich wann und wie passiert ist.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Werber: <\/strong>Das hier angesprochene Unterschwarzach liegt etwas s\u00fcdlich von Hirschhorn im Neckar-Odenwald. Der Neckar\u00fcbergang bei Hirschhorn wurde im Mai 1849 von badischen Truppen besetzt. Zu diesem Zeitpunkt war der Gro\u00dfherzog bereits geflohen und seine Truppen hatten gemeutert. Dass Werber des Gro\u00dfherzogs noch umhergezogen sein sollen, st\u00e4ndig der Gefahr ausgesetzt gefangen genommen oder sogar ermordet zu werden, ist recht zweifelhaft. Zudem auch keine loyale Armee mehr bestand. Wof\u00fcr h\u00e4tten die Beamten\/ Offiziere werben sollen?<\/li>\n<li><strong>Preu\u00dfen: <\/strong>Nun gibt die Quelle her, dass preu\u00dfische Soldaten die Frauen nach ihren M\u00e4nnern befragten. Dies weist darauf hin, dass diese Begegnung nur nach dem 21. Juni stattgefunden haben kann, da die badischen Truppen die Neckar\u00fcberg\u00e4nge seit dem Beginn der Angriff am 15. Juni, bis nach der Schlacht von Wagh\u00e4usel erfolgreich gegen die anst\u00fcrmenden Truppen des sog. Neckarkorps (Bundestruppen verschiedener Staaten), und sp\u00e4ter gegen die Preu\u00dfen des 2. Korps, erfolgreich verteidigen konnten. Der verschenkte Sieg der Revolutionstruppen bei Wagh\u00e4usel erm\u00f6glichte es den Preu\u00dfen des 1. Korps, welche am Vortag den Rhein von der Pfalz aus \u00fcberschritten hatten, die Revolution\u00e4re zu umfassen und daher gaben sie erst jetzt die Stellungen am Neckar auf, um dieser Falle zu entgehen. \u00a0Erst daraufhin gelang den Preu\u00dfen des 2. Korps der \u00dcbergang, w\u00e4hrend sich das Neckarkorps durch den Odenwald an die w\u00fcrttembergische Grenze bewegte um von dort nach S\u00fcden vorzusto\u00dfen.<\/li>\n<li><strong>Freischaar:<\/strong> Adam Stumpf und die anderen M\u00e4nner des Dorfes sollen sich Freisch\u00e4rlern angeschlossen haben.\u00a0 Im Odenwald, also auch am Neckar-\u00dcbergang Hirschhorn, war die 5. Division der badischen Armee unter dem Befehl Oberst Johann Phillip Beckers aufgestellt, welche zwar die Fl\u00fcchtlingslegion und das Ziegelhausener Arbeiterkorps umfasste, aber haupts\u00e4chlich aus Volkswehreinheiten bestand. Becker selbst war der Mann, welcher die Volkswehr aufgebaut und formiert hatte. Unter seinem Befehl befanden sich Volkswehreinheiten, welche in Mosbach und Eberbach aufgestellt wurden. Es ist also wahrscheinlicher, dass Adam Stumpf nicht zu irgendwelchen Freischaaren gegangen war, sondern als Wehrpflichtiger(!!!) in eine der Volkswehreinheiten gezogen wurde. Der Begriff Freischaaren hat sich seit dem \u201eFeldzuge\u201c Heckers in den K\u00f6pfen der Menschen festgesetzt, als bewaffneter Haufen freiheitsliebender Demokraten. Die Volkswehr war jedoch eine eilig ausgehobene, halbregul\u00e4re Armee aus Wehrpflichtigen.<\/li>\n<li><strong>Wimpfen:<\/strong> Am selbigen Tag der Befragung der Frauen soll, laut obiger Quelle, bei Wimpfen ein Gefecht stattgefunden haben, bei dem 500 preu\u00dfische Kavalleristen niedergemacht wurden. Wimpfen, weiter s\u00fcdlich von Schwarzach am Neckar gelegen, w\u00e4re wenn \u00fcberhaupt, von Truppen des Neckarkorps besetzt worden und in diesem Korps gab es keine preu\u00dfische Kavallerieeinheit, sondern mecklenburgische und hessische Reiter. Von einem gewaltsamen Zusammensto\u00df beider Armeen bei Wimpfen wird ebenfalls nichts berichtet. Weder Staroste noch Mieroslawski erw\u00e4hnen einen solchen Kampf in ihren B\u00fcchern.<\/li>\n<li><strong>Dreschflegel, Misthaken und Heugabeln:<\/strong> Auch wenn die Bewaffnung der Volkswehren unzureichend war, so bestand sie nicht, wie bei mittelalterlichen Aufst\u00e4nden aus den Werkzeugen der Bauern, zumal auch Handwerker und B\u00fcrger in der Volkswehr dienten. Aus \u00fcbernommenen Armeebest\u00e4nden, Requirierungen und Zuk\u00e4ufen aus Frankreich, der Schweiz etc., waren die Volkswehr und die anderen Einheiten mit Musketen ausger\u00fcstet, teilweise jedoch mit veralteten Steinschlossmusketen, zivilen wie milit\u00e4rischen Modellen. Dazu geh\u00f6rte ein Seitengewehr (kurzer Infanteries\u00e4bel). Die Badener h\u00e4tten sich mit primitiven Waffen, wie Werkzeugen oder Kriegssensen, nicht so lange am Neckar halten k\u00f6nnen, wie das Beispiel der Verteidiger der Pfalz zeigte.<\/li>\n<li><strong>500 berittene Preu\u00dfen:<\/strong> In dem besagten Gefecht fielen angeblich 500 berittene Preu\u00dfen.\u00a0Es gibt einen Bericht der Schlacht von Ubstadt, in dem eine Schwadron Ulanen von Freisch\u00e4rlern zusammengeschossen wurde. Diese Schwadron des preu\u00dfischen Ulanenregiments Nr. 8 hatte den fl\u00fcchtenden Truppen der 6. Division, welche aus den Resten der pf\u00e4lzischen Revolutionsarmee unter General Sznayde bestand, aufgef\u00fcllt mit badischer Linieninfanterie und Artillerie, nachgesetzt. W\u00e4hrend die pf\u00e4lzischen Freischaaren gr\u00f6\u00dftenteils flohen, deckten die badischen Truppen den R\u00fcckzug und wehrten den Angriff der Ulanen ab. Diese verloren jedoch nicht 500 sondern lediglich 4 Mann und 6 Verwundete sowie 13 Pferde, wie die Regimentsgeschichte bekannt gibt. Staroste schreibt in seinem Buch jedoch, dass diese Begebenheit der Schlacht in der revolution\u00e4ren Propaganda so ausgeschlachtet wurde, dass die ganze Schwadron vernichtet worden sei.\u00a0Beckers 5. Division, der Adam Stumpf vermutlich angeh\u00f6rt hat, hatte an diesem Gefecht jedoch keinen Anteil. In Durlach erwarb sich die 5. Division unter Becker hingegen berechtigte Lorbeeren, denn sie hielt in einem harten Kampf drei preu\u00dfischen Divisionen stand und verschaffte den Badenern gen\u00fcgend Zeit um Karlsruhe zu r\u00e4umen und alles wichtige Material nach Rastatt zu schaffen. Eine milit\u00e4rische H\u00f6chstleistung. Wenn Adam Stumpf bei einer gro\u00dfen Schlacht dabei war, dann sicher bei dieser. In Bezug auf die dezimierten Preu\u00dfen findet sich auch hier ein Beispiel: Das Iserlohner Bataillon des preu\u00dfischen Landwehrregiments Nr. 16 r\u00fcckte gegen den verteidigten Pfinzbach vor und musste sich wieder zur\u00fcckziehen, unter schweren Verlusten. 7 Tote und 86 Verwundete waren f\u00fcr eine Einheit im Gefecht w\u00e4hrend der Reichsverfassungskampagne vergleichsweise sehr hohe Verluste.<\/li>\n<li><strong>Besatzung:<\/strong> Der Chronist beschreibt eine Besetzung des Dorfes Unterschwarzach und die Suche nach Angeh\u00f6rigen der badischen Truppen. Den wohl gr\u00f6\u00dften Teil der Desertionen hatte die badische Armee seit dem Durchbruchsgefecht bei Sinsheim zu beklagen.\u00a0Die Moral der Armee war immer weiter schwindend. Die ausgehobenen Wehrpflichtigen, unbezahlt, schlecht verpflegt und im Feld oftmals geschlagen, eine verlorene Sache vor Augen, entzogen sich dem Dienst und der drohenden Verhaftung oder dem Tod im Feld durch Fahnenflucht. Sie kehrten in ihre D\u00f6rfer zur\u00fcck und verbargen sich vor den Preu\u00dfen oder den revolution\u00e4ren badischen Truppen, je nachdem, wo ihr Dorf lag. Unterschwarzach d\u00fcrfte ab dem 22. Juni in preu\u00dfisch besetztem Gebiet gelegen haben. Es ist fraglich ob Adam Stumpf schon zu diesem Zeitpunkt desertiert und zu Hause war, nach den K\u00e4mpfen am Neckar also, so wie die Chronik es beschreibt, oder ob er zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt, nach dem Gefecht von Durlach (25.Juni), zu Hause ankam und durch sein Erscheinen bei den preu\u00dfischen Milit\u00e4rs Verdacht erweckte.<\/li>\n<li><strong>Gendarm:<\/strong>\u00a0 Preu\u00dfische Gendarme folgten der Armee nicht. Sie waren\u00a0 st\u00e4dtische Polizeibeamte, zumindest der Bezeichnung nach. Da franz\u00f6sische Sprachbegriffe in Baden noch recht verbreitet war, konnten damit auch Gens d\u2018 armes (M\u00e4nner unter Waffen), also preu\u00dfische Soldaten gemeint sein, was wahrscheinlicher ist. Die Preu\u00dfen, welche in den D\u00f6rfern einquartiert bzw. kanntoniert waren, \u00fcbten die Polizeigewalt aus, sorgten f\u00fcr Ruhe und Ordnung, sowie f\u00fcr die Verfolgung und Verhaftung von Revolution\u00e4ren oder als solche Verd\u00e4chtigten. Erst nach der R\u00fcckkehr des Gro\u00dfherzoges \u00fcbernahmen badische Beamte und Gendarme diese Aufgaben wieder. Die Preu\u00dfen blieben bis 1850 im Land und zogen nach der Kurhessen-Krise in diesem Jahr ab.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Legende und Wahrheit<\/strong><\/p>\n<p>Es ist zumindest wahrscheinlich, dass Johann Adam Stumpf sich nicht durch die feindlichen Linien geschlagen hat, denn das w\u00e4re sicherlich in der Chronik vermerkt worden. Daher ist es wahrscheinlicher, dass er sich dem Dienst in der Volkswehr durch Fahnenflucht auf dem R\u00fcckzug vom Neckar entzog, da Hirschhorn f\u00fcr ihn nah an der Heimat lag und er sich dort ausgekannt haben muss. Ein R\u00fcckweg von Durlach oder Rastatt, durch von Preu\u00dfen besetztes Gebiet, w\u00e4re zu riskant und vermutlich auch nicht gangbar gewesen. Dahingehend kann man der Chronik also Glauben schenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Bezug auf seine Teilnahme an einem Gefecht, in dessen Verlauf 500 preu\u00dfische Kavalleristen niedergemacht worden sein sollen, strafen die zeitgen\u00f6ssischen Berichte seine Worte L\u00fcgen. Die Preu\u00dfen erlitten laut Staroste w\u00e4hrend des gesamten Feldzuges Verluste in H\u00f6he von 117 Toten und 902 Verwundeten. Insgesamt verloren die eingesetzten Bundestruppen im Kampf gegen die Badener Verluste in H\u00f6he von 154 Toten und 1184 Verwundeten. Laut seinen Angaben w\u00e4re ein ganzes preu\u00dfisches Kavallerieregiment (4 Schwadronen, a` ca. 150 Mann) ausgel\u00f6scht worden, eine Angabe, die wir wohl\u00a0 getrost in die Rubrik Prahlerei\/Heldenm\u00e4hr einordnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich seiner Flucht vor der Verhaftung liegt die Vermutung nahe, dass die Geschichte eher so ablief: Ein kleines Kommando Soldaten kam, um den Revolution\u00e4r Johann Adam Stumpf zu verhaften, weil dieser durch Erz\u00e4hlen obiger \u201eHeldentat\u201c auf sich aufmerksam gemacht hatte, vielleicht auch denunziert wurde. Er entzog sich der Verhaftung durch Flucht. Ob durch einen Sprung aus dem Fenster oder durch die Hintert\u00fcr ist nat\u00fcrlich schwerlich nachzuweisen. Jedoch glaube ich nicht, dass die Soldaten, welche im Aufsp\u00fcren von Rebellen nun eine reiche Erfahrung hatten, den Fehler gemacht haben sollen, die Hintert\u00fcr nicht zu bewachen, bzw. das Haus nicht zu umstellen. Es kann nat\u00fcrlich auch so gewesen sein, dass sich der Fl\u00fcchtige gar nicht mehr zu Hause befand sondern stattdessen bereits auf dem Weg nach Amerika war, als die Soldaten anklopften und auch die Geschichte der kopflosen Flucht ins Reich der Sagen und Kriegerm\u00e4rchen geh\u00f6rt\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfen m\u00f6chte man meinen, dass der Sprung aus dem Fenster zumindest nicht unwahrscheinlich erscheint und es eine nette Anekdote zu dieser Zeit ist!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quellen:Staroste, Tagebuch \u00fcber die Ereignisse in der Pfalz und Baden im Jahre 1849, Potsdam 1853<br \/>\nMieroslawski, Berichte des Generals Miroslawski \u00fcber den Feldzug in Baden, Bern 1849<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Bei der Zusammenarbeit mit dem Odenw\u00e4lder Freilandmuseum in Gottersdorf wurde uns durch den ehemaligen Leiter, Herr Naumann, eine Familiengeschichte zur Verf\u00fcgung gestellt. 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