{"id":929,"date":"2019-12-30T08:30:47","date_gmt":"2019-12-30T08:30:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=929"},"modified":"2019-08-04T10:58:34","modified_gmt":"2019-08-04T10:58:34","slug":"1847-die-kartoffelrevolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=929","title":{"rendered":"1847 Die \u201eKartoffelrevolution\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>\nMitte des 19ten Jahrhunderts hatte es vergleichsweise kalte Sommer und \nWinter gegeben, wodurch viele Ernten zerst\u00f6rt wurden. Durch die \nausufernde Kartoffelf\u00e4ule kam es zu gro\u00dffl\u00e4chigen Ernteausf\u00e4llen dieses \nHauptnahrungsmittels in ganz Europa. Viele Menschen kamen um. Wer konnte\n kehrte der Heimat den R\u00fccken und wanderte aus. Durch vermehrte \nArmenspeisungen versuchten preu\u00dfische Stadtverwaltungen dem Hunger Herr \nzu werden. Die steigenden Lebensmittelkosten &#8211; der Preis f\u00fcr eine Metze \nKartoffeln stieg von einem auf f\u00fcnf Silbergroschen innerhalb von vier \nMonaten &#8211; sorgten f\u00fcr gro\u00dfen Unmut. F\u00fcr viele Menschen war dies nicht \nmehr zu bezahlen. <br>Angeblich eskalierte am 21. April 1847 ein Streit \nzwischen einer Kartoffelverk\u00e4uferin und Arbeiterfrauen auf dem \nGendarmenmarkt. Die aufgebrachten Frauen st\u00fcrmten den Stand und nahmen \nsich Kartoffeln ohne zu bezahlen. \u00c4hnliche Szenen sollen sich auch auf \nden anderen Marktpl\u00e4tzen der Hauptstadt abgespielt haben. Die Polizei \nstand dem Aufruhr hilflos gegen\u00fcber, da die Doppelposten auf den M\u00e4rkten\n nicht schnell genug Verst\u00e4rkung herbei rufen, geschweige denn durch ihr\n Eingreifen die Lage beruhigen konnten. Immer wieder rotteten sich \njedoch Menschen zusammen und pl\u00fcnderten B\u00e4ckereien und andere \nLebensmittelgesch\u00e4fte.<br>Die in Berlin stationierte Garnison wurde am \n22. April aktiviert und mit Waffengewalt trieb man die Menschen \nauseinander. Es kam zu vielen Verhaftungen. Marktpl\u00e4tze und Gesch\u00e4fte \nwurden nun milit\u00e4risch bewacht. Die Lage beruhigte sich am 23. April \nerst vollst\u00e4ndig, als die Stadtverwaltung Kartoffeln zum halben \nMarktpreis verkaufen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Die politisierte und aufgebrachte \nBev\u00f6lkerung Berlins blieb noch ein Jahr ruhig. Die Stimmung des Volkes \nwar aufgebracht und es brodelte in der \u00d6ffentlichkeit. Zu gro\u00df waren die\n Missst\u00e4nde und die Antworten des K\u00f6nigs die gleichen wie die seines \nVaters: Bajonette und Musketenkugeln. Auch wenn soziale Ma\u00dfnahmen \nanliefen, sie erreichten weder alle Bewohner des Reiches, noch wurden \nsie ernsthaft betrieben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Offenburger Versammlung<\/strong><br>In Baden regte sich bereits eine revolution\u00e4re Bewegung in der \u00d6ffentlichkeit, st\u00e4rker als anderswo.<br>1848\n standen die Wahlen zur zweiten Kammer der badischen St\u00e4ndeversammlung \nan. Im Rahmen einer Wahlkampagne trafen sich die radikalen Demokraten in\n Offenburg, einem damals gut erreichbaren Eisenbahnknotenpunkt in Baden.\n Bei dieser Versammlung verfassten unter anderem Gustav (von) Struve und\n Friedrich Hecker die \u201eForderungen des badischen Volkes\u201c, welche unter \nanderem B\u00fcrger- bzw. Menschenrechte, Pressefreiheit, Volksbewaffnung, \nReligionsfreiheit, sowie eine Vereidigung des Milit\u00e4rs auf die \nVerfassung beinhalteten. Einen Monat sp\u00e4ter verfassten die liberalen \nDemokraten in Heppenheim ihrerseits ein \u00e4hnliches Manifest. Beide \nForderungen gelten als  Vorboten f\u00fcr die revolution\u00e4ren Ereignisse im \nGro\u00dfherzogthum ein Jahr sp\u00e4ter und als Wegbereiter der politischen \nEreignisse in ganz Deutschland. \n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitte des 19ten Jahrhunderts hatte es vergleichsweise kalte Sommer und Winter gegeben, wodurch viele Ernten zerst\u00f6rt wurden. Durch die ausufernde Kartoffelf\u00e4ule kam es zu gro\u00dffl\u00e4chigen Ernteausf\u00e4llen dieses Hauptnahrungsmittels in ganz Europa. Viele Menschen kamen um. Wer konnte kehrte der Heimat den R\u00fccken und wanderte aus. 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