{"id":931,"date":"2020-01-06T08:30:44","date_gmt":"2020-01-06T08:30:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=931"},"modified":"2019-08-04T10:59:33","modified_gmt":"2019-08-04T10:59:33","slug":"revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=931","title":{"rendered":"Revolution!!!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>1848<br>Februar-Revolution und die \u201ehei\u00dfe M\u00e4rzenzeit\u201c<\/strong><br>Im\n Februar 1848 kam es in Paris zu revolution\u00e4ren Unruhen in deren Folge \nder \u201eB\u00fcrgerk\u00f6nig\u201c Louis-Phillipe entmachtet und die zweite Republik \nausgerufen wurde. Wie schon 1830 sprang der Funke in die deutschen \nL\u00e4nder \u00fcber. Zeitungen und Flugschriften verbreiteten den revolution\u00e4ren\n Gedanken erneut, griffen die vorangegangenen Ereignisse aus \nBraunschweig, Aachen, Frankfurt und Berlin auf, instrumentalisierten \nsie, um das deutsche Volk zu einer Revolution zu bewegen. <br>Die Gr\u00fcnde\n daf\u00fcr waren aber so vielf\u00e4ltig wie die daran beteiligten Volksgruppen. \nDie einen forderten bessere Lebens- und Arbeits- und Lohnverh\u00e4ltnisse, \nandere die Pressefreiheit und Abschaffung von Z\u00f6llen. Wieder andere \nstrebten nach nationaler Unabh\u00e4ngigkeit oder der Gr\u00fcndung eines geeinten\n Nationalstaates. Von D\u00e4nemark bis S\u00fcditalien war ganz Europa von \nrevolution\u00e4ren sowie nationalistischen Bewegungen ergriffen. <\/p>\n\n\n\n<p>In \nden meisten deutschen St\u00e4dten kam es vermehrt zu Demonstrationsz\u00fcgen. \nDas Volk forderte unter anderem eine Verfassung, freie Wahlen und die \nAbschaffung der Zensur. Weiter forderte man die Volksbewaffnung und \neinen gesamtdeutschen Staat. Es wurde debattiert und diskutiert. \nPolitische, republikanische und demokratische Vereine schossen aus dem \nBoden wie Pilze. Die Spitzel der Regierungen kamen mit dem Denunzieren \nkaum noch hinterher. Studenten und Handwerker, Arbeiter und Tagel\u00f6hner, \nsie alle trafen sich gemeinsam mit B\u00fcrgern, Industriellen und \nAbgeordneten zu politischen Themenabenden. Konservative, \nnationalistische und republikanische Redner versuchten die Zuh\u00f6rer f\u00fcr \nihre Sache zu begeistern, andere forderten zu Petitionen auf um gerechte\n L\u00f6hne f\u00fcr Arbeiter und Handwerker zu fordern.<br>Wieder schien die \neinzige L\u00f6sung f\u00fcr die Herrscher der entschiedene Einsatz von Gendarmen \nund Verboten zu sein. Zeitungen und Verlage wurden verboten bzw. \ngeschlossen, Menschen verhaftet oder drangsaliert.<br>Allgemein kann man\n sagen, dass die Revolution\u00e4re in den deutschen Staaten politische \nFreiheiten im Sinne demokratischer Reformen und die nationale Einigung \nder F\u00fcrstent\u00fcmer des Deutschen Bundes anstrebten. Anfangs vertraten \nviele von ihnen liberale Ansichten, spalteten sich jedoch im Verlauf der\n Revolution in mehrere Lager auf. Dies lag oftmals an regionalen wie \nsozialen Unterschieden. Oftmals zeigten sich auch anarchistische und \nkommunistische Tendenzen bei einigen Gruppen. <br>1847 war in London die\n Kommunistische Partei gegr\u00fcndet worden. Manche Gruppen fanden durch \nihre radikalen Ansichten im Verlauf der Revolution jedoch selten einen \nWeg in die Parlamente der betroffenen L\u00e4nder, geschweige denn einen \nEinzug in die Nationalversammlung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00e4rzforderungen und Vorparlament<\/strong><br>Im\n Februar stellte eine Volksversammlung in Mannheim ihre M\u00e4rzforderungen \nan die badische Regierung in Karlsruhe. Diese spiegeln im Wesentlichen \nalle Forderungen wieder, welche die B\u00fcrgerschaft der L\u00e4nder an ihre \nF\u00fcrsten stellten. Kernpunkte dieser M\u00e4rzforderungen waren: \nVolksbewaffnung mit freier Wahl der Offiziere, Pressefreiheit, \nSchwurgerichte nach englischem Vorbild, sofortige Herstellung eines \ndeutschen Nationalparlaments, Menschen- und B\u00fcrgerrechte, ein deutscher \nNationalstaat und eine vereinbarte Verfassung. Nat\u00fcrlich kam die \nRegierung in Karlsruhe diesen Forderungen nicht nach. Das Resultat war \ndie gewaltsame Besetzung des St\u00e4ndehauses in Karlsruhe durch \nRevolution\u00e4re am 01. M\u00e4rz. In Heidelberg trafen sich dann am  5. M\u00e4rz \nVertreter aller politischen Richtungen um ein Vorparlament zu gr\u00fcnden, \nwelches der Vorl\u00e4ufer der Nationalversammlung in der Frankfurter \nPaulskirche war. Schon hier zeichnete sich ab, dass sich eine Mehrheit \nf\u00fcr ein Deutschland unter einer konstitutionellen Monarchie aussprach. \nVermutlich erhoffte man sich dadurch das Erreichen zweier Ziele: wenig \nWiderstand der F\u00fcrsten und eine Akzeptanz bei den umliegenden \nMonarchien. Eine politische und milit\u00e4rische Intervention h\u00e4tte somit \nvermieden werden k\u00f6nnen.<br>In M\u00fcnchen kam es Anfang M\u00e4rz zu ersten \nUnruhen, sowie in Berlin. In W\u00fcrttemberg gab K\u00f6nig Wilhelm I. dem Druck \nder Opposition nach und berief ein liberales \u201eM\u00e4rzparlament\u201c ein. <\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Flucht Metternichs aus \u00d6sterreich und der vermeintliche Sieg der \nRevolution in Wien schienen auch die deutschen Revolution\u00e4re weiter zu \nermutigen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die M\u00e4rztage in Berlin<\/strong><br> In Berlin\n hatte es im Vorfeld des 18. M\u00e4rz politische Versammlungen im Tierpark \ngegeben. Am beliebten Treffpunkt \u201eIn den Zelten\u201c hielten Demokraten und \nRepublikaner ihre Reden vor gro\u00dfen Mengen von Zuschauern. Dabei kam es \nan einem Abend zu einem schrecklichen Blutbad, als preu\u00dfische Kavallerie\n ohne Vorwarnung und vorangegangene Provokation in die Menge ritt und \nmit dem S\u00e4bel auf die entsetzten Zivilisten einschlug, welche gerade in \ndie Stadt zur\u00fcckkehrte. Man vermutet heute, dass dies unter anderem ein \nWerk Kronprinz Wilhelms war, welcher die Zur\u00fcckhaltung seines Bruders \ngegen\u00fcber dem einfachen P\u00f6bel nicht guthie\u00df und zudem, als preu\u00dfischer \nOffizier, eine milit\u00e4rische Niederschlagung aller revolution\u00e4ren \nAktivit\u00e4ten guthie\u00df. Der Druck der Opposition auf den K\u00f6nig wurde nach \ndiesen Vorf\u00e4llen st\u00e4rker und so war der K\u00f6nig bereit, am 18. M\u00e4rz \n\u00f6ffentlich bekannt zu geben, dass er einer Verfassung zustimme. Dies \nwurde immerhin schon seit 1815 vom Volk eingefordert. Vor dem Schloss \nversammelte sich eine gro\u00dfe Menschenmenge. Handwerker und Fabrikarbeiter\n kamen mit ihren Familien aus den Vorst\u00e4dten Berlins in die Stadt. <br>Die\n Stimmung war gut. Immerhin sollten auch weitere Reformen folgen. Der \nZuzug aus den Vorst\u00e4dten war gro\u00df und die Menge auf dem Schlossplatz \nwurde immer gr\u00f6\u00dfer. Es tat der guten Stimmung keinen Abbruch, als eine \nKompanie des Kaiser-Alexander-Gardegrenadierregiments am Schlosstor \naufmarschierte. Der K\u00f6nig zeigte sich nun mit seinem Staatsminister von \nBodelschwingh auf einem Balkon des Palastes und der Minister verlas der \nschweigenden Menge, dass der K\u00f6nig die Pressezensur aufhebe, der Landtag\n sofort einberufen werde, deutsche Fahnen gehisst werden sollten und \nPreu\u00dfen sich an die Spitze einer gesamtdeutschen Bewegung stelle. \nTosender Beifall und Jubelrufe erschollen vom Schlossplatz, welche \nverstummten als weitere Einheiten preu\u00dfischen Milit\u00e4rs herangef\u00fchrt \nwurden. Die Stimmung schlug um und die Menge forderte \u201eMilit\u00e4r zur\u00fcck! \nMilit\u00e4r zur\u00fcck!\u201c. Der K\u00f6nig gab nun den Befehl, den Schlossplatz r\u00e4umen \nzu lassen. Die Menschenmassen waren jedoch zu gro\u00df und die Infanterie \nnicht zahlreich genug. Der Befehlshaber vor Ort, General von Prittwitz, \nbeorderte Dragoner mit gezogenem Palasch auf den Platz und es kam Panik \nauf. Jedoch waren viele Zivilisten diesmal bereit standhaft zu bleiben. \nSie riefen \u201eVerrat! Der K\u00f6nig hat uns verraten!\u201c. Die Grenadiere des \nKaiser-Alexander-Regiments bekamen den Auftrag, den \u00f6stlichen \nSchlossplatz zu r\u00e4umen. Dabei machten zwei unbesonnene Soldaten einen \nFehler beim Laden der Musketen und es l\u00f6sten sich Sch\u00fcsse aus ihren \nWaffen. Die Menge glaubte sich unter Beschuss des Milit\u00e4rs und drang \nsofort in die Seitengassen, riss die Stra\u00dfen auf und begann mit allem, \ndessen sie habhaft wurde, Barrikaden  zu bauen. Weitere Truppen wurden \nmobilisiert. Es wurde Generalmarsch geschlagen und alles Milit\u00e4r r\u00fcckte \naus den Kasernen aus. Die Gardeartillerie stellte ihre Gesch\u00fctze auf dem\n Schlossplatz auf, die Infanterie st\u00fcrmte gegen die Barrikaden an. \nHeftige Gefechte entwickelten sich und es gab auf beiden Seiten Tote und\n Verletzte. Da viele Barrikaden nicht erobert werden konnten, mussten \ndie Soldaten m\u00fchsam Haus f\u00fcr Haus erobern. Sie machten dabei keinen \nUnterschied zwischen Revolution\u00e4r und Unbeteiligtem. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Sieg der Revolution<\/strong><br>Gegen\n Abend hatte die Armee viele Barrikaden erobert und ger\u00e4umt, viele waren\n jedoch zu gut verteidigt und noch in der Hand der Revolution\u00e4re. Eine \nAbordnung der Revolution\u00e4re forderte den K\u00f6nig auf, die Armee aus Berlin\n abr\u00fccken zu lassen und dieser stimmte entmutigt zu. Widerwillig folgten\n die Truppen dem Befehl, begleitet von den Hohn- und Spottrufen der \nBerliner.  Die Sicherheit und Ordnung lag von da an in den H\u00e4nden der \nB\u00fcrgerwehr, welche auch das K\u00f6nigspaar \u00fcberwachte. Kronprinz Wilhelm, \nder \u201eKart\u00e4tschenprinz\u201c, ging nach England ins Exil. Die Berliner \nDemokraten bereiteten sich nun auf die Verhandlungen mit dem K\u00f6nig vor \nund forderten ihn auf, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Am 21. M\u00e4rz\n zeigte er sich mit einer schwarz-rot-goldenen Sch\u00e4rpe und verlas die \nProklamation \u201eAn Mein Volk und an die deutsche Nation!\u201c.  Darin \nverk\u00fcndete er, dass Preu\u00dfen fortan in Deutschland aufgehe, der f\u00fcr den \n2. April einberufene Landtag ein Mittel sei, um die \u201eRettung und \nBeruhigung Deutschlands\u201c zu betreiben und das mit anderen F\u00fcrsten und \nSt\u00e4nden eine gemeinschaftliche Versammlung einberufen werden solle. Es \nsolle weiter ein allgemeines, volkst\u00fcmliches deutsches Bundesheer geben \nund die \u201eWiedergeburt und Gr\u00fcndung eines neuen Deutschlands\u201c mit einer \nkonstitutionellen Verfassung inklusive einer Ministerverantwortlichkeit \nin allen Einzelstaaten sowie einer Gleichberechtigung zwischen den \nKonfessionen.<br>Einen Tag sp\u00e4ter, am 22. M\u00e4rz, verk\u00fcndete der K\u00f6nig in \neiner weiteren Proklamation, aus Preu\u00dfen einen liberalen \nVerfassungsstaat zu machen. Es sollten unter anderem Grundrechte, wie \ndas Vereinigungs- und Versammlungsrecht, sowie die Verantwortlichkeit \nder Minister und die Unabh\u00e4ngigkeit der Richter eingef\u00fchrt werden. Das \npreu\u00dfische Heer sollte auf die neue Verfassung vereidigt werden. An \ndiesem Tag wurden die gefallenen Revolution\u00e4re des 18. M\u00e4rz beigesetzt. \nVom Gendarmenmarkt aus zog der Trauerzug zum Schlossplatz, wo das \nK\u00f6nigspaar auf den Balkon trat und der K\u00f6nig sich ehrf\u00fcrchtig verneigte.\n Nach lauten Forderungen der Menge nahm er auch seinen Hut ab. Im \nAnschluss an die Ehrerbietung zog die Prozession aus tausenden B\u00fcrgern \nzum Friedrichshain au\u00dferhalb Berlins, wo die Gefallenen auf einem extra \nangelegten Friedhof beerdigt wurden. Damit hatte die Revolution in \nPreu\u00dfen scheinbar Erfolg gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Bayern hatte es einen \nMachtwechsel gegeben aufgrund von Ausschreitungen und Unruhen. K\u00f6nig \nLudwig I. hatte abgedankt und Maximilian II. bestieg den Thron. <br>Das \nVorparlament zog Ende M\u00e4rz von Heidelberg nach Frankfurt am Main. Freie \nWahlen in ganz Deutschland wurden vorbereitet um die Deutsche \nNationalversammlung zu bilden. Diese sollte dann eine deutsche \nVerfassung entwerfen und einen gesamtdeutschen Staat gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Heckerzug<\/strong><br>Doch\n nicht in allen Staaten waren die Revolution\u00e4re mit den Ergebnissen \nzufrieden. In Baden gab es eine gro\u00dfe Anh\u00e4ngerschaft einer \nradikalrepublikanischen Partei. Ihr gingen die erreichten Ziele nicht \nweit genug. Sie forderte eine Republik nach amerikanischem Vorbild, \nzun\u00e4chst f\u00fcr Baden, sp\u00e4ter f\u00fcr ganz Deutschland. Doch in den \nM\u00e4rzparlamenten war ihre Ansicht als zu radikal abgelehnt worden. Die \nAbgeordneten und Deputierten sprachen sich mehrheitlich f\u00fcr die \nEinf\u00fchrung einer konstitutionellen Monarchie aus.<br>Gustav Struve und \nFriedrich Hecker waren Anh\u00e4nger der radikalrepublikanischen Partei und \nals deren Abgeordnete im Vorparlament Anfang April 1848 gescheitert. Sie\n wurden auch nicht in die \u00dcberbr\u00fcckungsregierung, den sogenannten \n\u201eF\u00fcnfzigerausschuss\u201c gew\u00e4hlt, welcher die Regierungsgesch\u00e4fte in \nDeutschland bis zur Bildung der Nationalversammlung \u00fcbernehmen sollte. \nHecker organisierte daher eine bewaffnete Truppe aus mehreren hundert \nBauern und Arbeitern um seine Ziele zumindest in Baden milit\u00e4risch \ndurchzusetzen. Heckers Unternehmen war von Anfang an schlecht geplant \nund dilettantisch vorbereitet. Zun\u00e4chst hatten sich nur knapp hundert \nMann eingefunden. Franz Sigel und Theodor M\u00f6gling waren seine Offiziere.\n Aus Frankreich erwartete man ein Freiwilligenheer unter dem Befehl \nGeorg Herweghs. Au\u00dferdem ging Hecker davon aus, dass sich unterwegs die \nLandbev\u00f6lkerung seinem Trupp anschlie\u00dfen w\u00fcrde. Zwar wuchs der Zug auf \ndem Marsch durch den Zulauf kleinerer \u00f6rtlicher Freischaaren, der gro\u00dfe \nAufmarsch der Landbev\u00f6lkerung blieb jedoch aus. <br>Mittlerweile hatte \ndie Regierung in Karlsruhe Einheiten des Bundesheeres (hessische, \nw\u00fcrttembergische und badische Truppen) mobilisiert. Sie trafen am 20. \nApril unter General Friedrich von Gagern bei Kandern auf Heckers M\u00e4nner.\n Im Gefecht auf der Scheideck wurden Heckers M\u00e4nner besiegt. Das erste \nOpfer des Gefechts war General Gagern selbst. Heckers Unternehmen war \ndamit blutig gescheitert. Am 23. April gab es noch ein Gefecht bei \nG\u00fcnterstal zwischen Freischaaren und Bundestruppen, am 24. April in \nFreiburg, welches vom Milit\u00e4r gest\u00fcrmt wurde. Herweghs Deutsche \nDemokratische Legion hatte von Heckers Niederlage keine Kunde erhalten \nund wurde am 26. April bei Dossenbach von w\u00fcrttembergischen Truppen \ngestellt und geschlagen. Ein weiterer Trupp Freiheitsk\u00e4mpfer unter \nAugust (von) Willich zog sich nach Frankreich zur\u00fcck, als sie von \nHerweghs Niederlage erfuhren. Hecker und Struve setzten sich in die \nSchweiz ab. Hecker selbst reiste weiter, \u00fcber Paris und London, nach \nAmerika.  Struve kehrte \u00fcber Stra\u00dfburg nach Baden zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Nationalversammlung und der Septemberaufstand<\/strong><br>Am\n 18. Mai wurde die Nationalversammlung konstituiert. Die Abgeordneten \nzogen feierlich in die Paulskirche ein. Von nun an lenkte die \nNationalversammlung mehr oder weniger die Geschicke der deutschen \nNation. Jedoch mit dem gescheiterten Juniaufstand in Paris schien auch \nin Deutschland die Reaktion wieder zu erstarken. Eine wichtige \nau\u00dfenpolitische Entscheidung der Nationalversammlung war der Krieg gegen\n D\u00e4nemark. Dabei ging es um die Wahrung der deutschen Interessen von \nSchleswig und Holstein sowie Lauenburg. Die Herzogt\u00fcmer wollten sich von\n D\u00e4nemark lossagen und baten den deutschen Bund um milit\u00e4rische \nUnterst\u00fctzung. Truppen aus Preu\u00dfen, Sachsen, Nassau und weiteren Staaten\n k\u00e4mpften an der Seite der neuformierten Schleswig-Holsteinischen Armee \ngegen die D\u00e4nen. Den Oberbefehl \u00fcber die Bundestruppen hatte der \npreu\u00dfische General Friedrich Graf von Wrangel. In die Zeit der \nNationalversammlung und des ersten Deutsch-D\u00e4nischen Krieges f\u00e4llt auch \ndie Geburtsstunde einer deutschen Kriegsmarine. <br>Der Krieg gegen \nD\u00e4nemark wurde von den deutschen Radikaldemokraten begr\u00fc\u00dft. Umso gr\u00f6\u00dfer \nwar ihre Emp\u00f6rung, als die Nationalversammlung letztendlich dem von \nPreu\u00dfen aufgezwungenen und eigenm\u00e4chtig geschlossenen Waffenstillstand \nvon Malm\u00f6 (26. August) zustimmen musste. Damit zeigte sich die \neigentliche Machtlosigkeit der Nationalversammlung gegen\u00fcber den F\u00fcrsten\n und am 18. September 1848 kam es zum Aufstand in Frankfurt. Die \nradikaldemokratischen Aufst\u00e4ndischen wollten die Nationalversammlung \nst\u00fcrmen. Zwei konservative Abgeordnete wurden ermordet und Barrikaden \nerrichtet. Die Nationalversammlung rief die Bundestruppen zu Hilfe, die \nseit 1833 st\u00e4ndig in Frankfurt stationiert waren. Preu\u00dfische und \n\u00d6sterreichische Einheiten warfen den Aufstand blutig nieder. In der \nFolge des Septemberaufstandes wurden die Milit\u00e4reinheiten durch \nbayrische Truppen verst\u00e4rkt und die Frankfurter B\u00fcrgerwehr, welche zuvor\n nicht im Stande war die Unruhen zu unterdr\u00fccken, entwaffnet und \naufgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Struve-Putsch<\/strong><br>Im Zusammenhang \nmit den Ereignissen in Frankfurt stand auch der Struve-Putsch. Struve, \nnach Baden zur\u00fcckgekehrt, rief in L\u00f6rrach die deutsche Republik aus, \nverh\u00e4ngte das Kriegsrecht und verpflichtete damit alle wehrf\u00e4higen \nM\u00e4nner zum Milit\u00e4rdienst. In der Tat bekam er mehrere Tausend Mann \nzusammen, schlecht ausger\u00fcstet und nicht ausgebildet. Mit mehreren \nKolonnen wollte man entweder die Frankfurter Aufst\u00e4ndischen unterst\u00fctzen\n oder ihnen in einem befreiten Baden einen Zufluchtsort bieten. Struve \nerreichte mit seiner Kolonne Staufen, wo er von Bundestruppen gestellt \nund schnell besiegt wurde. Die anderen Kolonnen zerstreuten sich beim \nAnblick von regul\u00e4rem Milit\u00e4r oder l\u00f6sten sich auf, als sie von Struves \nNiederlage erfuhren. Der Anf\u00fchrer selbst und einige getreue Begleiter, \nwurden von einer ihnen feindlich gesinnten B\u00fcrgerwehr festgenommen und \nden badischen Beh\u00f6rden \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Erstarken der Reaktion<\/strong><br>Der\n Sp\u00e4tsommer in Deutschland blieb relativ ruhig. In Frankfurt \ndebattierten die Abgeordneten und die F\u00fcrsten holten sich schleichend \nihre Macht zur\u00fcck. In anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zeichnete sich \nebenfalls eine Niederlage der Revolution ab. In Polen brach der Aufstand\n unter den Salven der preu\u00dfischen Armee zusammen, \u00f6sterreichische \nTruppen bek\u00e4mpften verbissen die ungarischen und italienischen \nAufst\u00e4ndischen. Es gelang den \u00f6sterreichischen Truppen, das von den \nRevolution\u00e4ren besetzte Wien zur\u00fcck zu erobern. Danach kam es zu einer \noffensichtlich gewollten, deutlichen Missachtung gegen\u00fcber der \nNationalversammlung in Frankfurt. Als n\u00e4mlich Robert Blum, welcher als \nAbgeordneter der Nationalversammlung Immunit\u00e4t genoss, von dem \n\u00f6sterreichischen General F\u00fcrst Windisch-Gr\u00e4tz verhaftet. Ihm wurden \n\u201eaufr\u00fchrerische Reden\u201c und die Teilnahme am Oktoberaufstand in Wien \nvorgeworfen. An letzterem hatte er wirklich als Offizier der Demokraten \nteilgenommen. Der F\u00fcrst stellte ihn vor ein Kriegsgericht, welches ihn \nzum Tod durch Erh\u00e4ngen verurteilte, sp\u00e4ter aber zum Tod durch Erschie\u00dfen\n \u201ebegnadigte\u201c.  Ein Aufschrei ging durch die Lande. Blum war schon \nVizepr\u00e4sident des Vorparlamentes gewesen, Mitglied des F\u00fcnfzigerrates \nund eben Abgeordneter der Nationalversammlung. Die gezielte Missachtung \nder Immunit\u00e4t Blums und die Provokation gegen\u00fcber der \u201eDeutschen \nRegierung\u201c war ein Skandal. Beides zeigte jedoch ganz klar und \nunverbl\u00fcmt, was die F\u00fcrsten von dieser \u201eRegierung\u201c hielten. Blum wurde \ndadurch zwar zu einem M\u00e4rtyrer der Revolution und es gab einen Sturm der\n Entr\u00fcstung und man forderte eine juristische Aufarbeitung des Falles. \nLetztlich blieb sein Tod aber ohne Folgen, zumindest f\u00fcr die \n\u00f6sterreichische Regierung. In Deutschland nahmen die F\u00fcrsten das Zeichen\n dankbar wahr. Schon im Juni 1848 hatte Friedrich Wilhelm IV. wieder \nzur\u00fcckgerudert und langsam damit begonnen, den Einfluss der Demokraten \neinzud\u00e4mmen. Fast schleichend kehrten die alten Verh\u00e4ltnisse wieder \nzur\u00fcck, w\u00e4hrend die Demokraten, Republikaner, Liberale und Radikale \ndebattierten, diskutierten und offenbar zu keiner L\u00f6sung kamen, \nZugest\u00e4ndnisse an die F\u00fcrsten machten, um des lieben Friedens willen\u2026 \nDie Revolution schlief ein und war dazu verdammt, nicht wieder \naufzuwachen.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1848Februar-Revolution und die \u201ehei\u00dfe M\u00e4rzenzeit\u201cIm Februar 1848 kam es in Paris zu revolution\u00e4ren Unruhen in deren Folge der \u201eB\u00fcrgerk\u00f6nig\u201c Louis-Phillipe entmachtet und die zweite Republik ausgerufen wurde. Wie schon 1830 sprang der Funke in die deutschen L\u00e4nder \u00fcber. 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