{"id":947,"date":"2020-03-02T08:30:59","date_gmt":"2020-03-02T08:30:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=947"},"modified":"2019-08-04T11:07:59","modified_gmt":"2019-08-04T11:07:59","slug":"der-elberfelder-aufstand-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=947","title":{"rendered":"Der Elberfelder Aufstand (Teil 2)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\nIn dem Machtvakuum, welches entstanden war, nachdem der \nOberb\u00fcrgermeister und die Beamten die Stadt verlassen hatten, gr\u00fcndeten \nder politische Klub und das Landwehrm\u00e4nnerkomitee am 10. Mai einen \n\u201eSicherheitsausschuss\u201c. Dieser \u00fcbernahm die ausf\u00fchrende Gewalt in \nElberfeld. Die in der Stadt gebliebenen Gemeinderatsmitglieder \n\u00fcbertrugen dem Sicherheitsausschuss die Kompetenzen des Gemeinderates \ninklusive der Obhut \u00fcber die Stadtkasse. Der Ausschuss bem\u00fchte sich \ndarum, Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Gleichzeitig begann er \ndamit, die Verteidigung der Stadt gegen die erwarteten preu\u00dfischen \nTruppen vorzubereiten.<br>Vor allem aus den umliegenden St\u00e4dten und \nGemeinden str\u00f6mten 2000 bis 3000 Freiwillige zur Unterst\u00fctzung des \nAufstandes nach Elberfeld. Aus K\u00f6ln stie\u00df Friedrich Engels hinzu. Dieser\n hoffte, die Landwehreinheiten zu einer revolution\u00e4ren Armee machen zu \nk\u00f6nnen, und setzte darauf, dass von Elberfeld aus der Aufstand das ganze\n Rheinland erfassen w\u00fcrde. An Stelle der schwarz-rot-goldenen wollte er \ndie rote Fahne setzen. Auf Engels Rat hin wurde der ehemalige preu\u00dfische\n Offizier Otto von Mirbach mit der milit\u00e4rischen Leitung beauftragt. \nEngels selbst \u00fcbertrug man die Leitung der Befestigungsarbeiten und das \nKommando \u00fcber die Artillerie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wichtiger Faktor war die \nHaltung der 1848 gegr\u00fcndeten B\u00fcrgerwehr. Diese hatte am 12. Mai 1849 \nFerdinand van Poppel zum neuen Kommandeur gew\u00e4hlt. Die B\u00fcrgerwehr \nwidersetzte sich der von Mirbach angeordneten Entwaffnung. Allerdings \nsagte sie zu, nicht gegen den Sicherheitsausschuss vorzugehen.<br>Auf \nDruck der politisch gem\u00e4\u00dfigten Kr\u00e4fte wurde am 13. Mai eine Delegation \nzu Verhandlungen nach D\u00fcsseldorf und sp\u00e4ter nach Berlin entsandt. \nFriedrich Wilhelm IV. hat die Gruppe nicht empfangen. Auch die aus \nElberfeld stammenden Minister August von der Heydt und Ludwig Simons \nhaben die Delegation nicht in amtlicher Funktion, sondern nur als \nPrivatleute gesprochen. Die Berliner Delegation sandte am 16. Mai ein \nTelegramm an den Sicherheitsausschuss. Dieses war jedoch \nmissverst\u00e4ndlich formuliert, so dass man in Elberfeld glaubte, der K\u00f6nig\n h\u00e4tte der Reichsverfassung zugestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Elberfeld selber hatte\n man einen Boten nach Frankfurt am Main entsandt, um sich des R\u00fcckhaltes\n der Nationalversammlung zu versichern. Es wurde auch versucht \nVerbindung zum Sicherheitsausschuss in Iserlohn und dem anderer \naufst\u00e4ndischer St\u00e4dte aufzunehmen. Kommandounternehmen versuchten im \nUmland Waffen zu erbeuten. Gleichzeitig verst\u00e4rkte sich aber auch die \nAngst vor sozialrevolution\u00e4ren Unruhen; dies f\u00fchrte dazu, dass der \nSicherheitsausschuss Friedrich Engels aus der Stadt verbannte.<br>Am selben Tag, als das Telegramm der Berliner Delegation eintraf, lief ein Ultimatum des Oberpr\u00e4sidenten der Rheinprovinz ab.<br>Die\n Hoffnung auf einen Erfolg in Berlin einerseits und der drohende \nEinmarsch der preu\u00dfischen Truppen andererseits lie\u00dfen die Bewegung rasch\n zusammenbrechen. Ein Gro\u00dfteil der ausw\u00e4rtigen Freiwilligen verlie\u00df die \nStadt. Die verbliebenen Einheiten waren der B\u00fcrgerwehr zahlenm\u00e4\u00dfig \nunterlegen. Von Mirbach erkl\u00e4rte sich zum Abzug bereit, machte dies aber\n von der Zahlung einer betr\u00e4chtlichen Geldsumme abh\u00e4ngig. Der schon zu \nBeginn des Aufstandes gefangen genommene Bankier Daniel von der Heydt \nwurde als Geisel genommen. Am 17. Mai 1849 verlie\u00dfen von Mirbach und \nseine verbliebenen Truppen die Stadt, um sich dem Aufstand in der Pfalz \nanzuschlie\u00dfen. Die meisten Freisch\u00e4rler wurden bald darauf gefangen \ngenommen.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Machtvakuum, welches entstanden war, nachdem der Oberb\u00fcrgermeister und die Beamten die Stadt verlassen hatten, gr\u00fcndeten der politische Klub und das Landwehrm\u00e4nnerkomitee am 10. Mai einen \u201eSicherheitsausschuss\u201c. Dieser \u00fcbernahm die ausf\u00fchrende Gewalt in Elberfeld. Die in der Stadt gebliebenen Gemeinderatsmitglieder \u00fcbertrugen dem Sicherheitsausschuss die Kompetenzen des Gemeinderates inklusive der Obhut \u00fcber die Stadtkasse. 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