{"id":949,"date":"2020-03-09T08:30:25","date_gmt":"2020-03-09T08:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=949"},"modified":"2019-08-04T11:15:26","modified_gmt":"2019-08-04T11:15:26","slug":"der-iserlohner-aufstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.revolution1848-1849.eu\/?p=949","title":{"rendered":"Der Iserlohner Aufstand"},"content":{"rendered":"\n<p>\nVon Hagen zogen am 10. Mai etwa 400 Landwehrangeh\u00f6rige unter der \nschwarz-rot-goldenen Fahne nach Iserlohn. Dort erhielten sie \nUnterst\u00fctzung aus den \u00fcbrigen Industrieorten der ehemaligen Grafschaft \nMark, aber auch aus den l\u00e4ndlichen Teilen des ehemals kurk\u00f6lnischen \nSauerlandes. In Iserlohn wurde das Zeughaus gest\u00fcrmt und die Offiziere \nverjagt. Ein Bote, welcher die Nachricht von dem Aufstand zum \nOberkommando nach M\u00fcnster bringen sollte wurde abgefangen. Auch hier \nbildete sich ein radikaler Sicherheitsausschuss nach dem Vorbild der \nfranz\u00f6sischen Revolution. Der Vorsitzende, der Rechtsanwalt Karl \nSchuchart, &nbsp;versuchte einen m\u00e4\u00dfigenden Einfluss auf die Bewegung \nauszu\u00fcben und Recht und Ordnung in der Stadt aufrecht zu erhalten. \nGleichzeitig war man bestrebt eine schlagkr\u00e4ftige Truppe aufzubauen. \nBoten wurden nach Elberfeld gesandt um sich mit den Aufst\u00e4ndischen dort \nzu verst\u00e4ndigen. Auch von Iserlohn aus sandte man eine Delegation nach \nBerlin, welche aber ebenso wie die aus Elberfeld ohne Ergebnis \nzur\u00fcckkehrte. <br>Als klar war, dass die Regierung Truppen entsenden \nw\u00fcrde, beschloss man Iserlohn statt Hagen zu verteidigen. Der Grund \ndaf\u00fcr lag in den noch erhaltenen Stadtmauer Iserlohns. Die Stadttore \nwurden verbarrikadiert und aus dem Schloss Hohenlimburg wurden vier \nfranz\u00f6sische Gesch\u00fctze in die Stadt gebracht, welche der Graf vom \npreu\u00dfischen K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III als Dank f\u00fcr seine Teilnahme an \nder Schlacht von Belle Alliance erhalten hatte.<br>Sto\u00dftrupps f\u00e4llten \nB\u00e4ume um Stra\u00dfen f\u00fcr die Artillerie unpassierbar zu machen. Ein \nMunitionstransport des Infanterieregiments Nr. 17 wurde bei Hagen \n\u00fcberfallen und ausgepl\u00fcndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 15. Mai zeichnete sich ab, dass \ngro\u00dfe Truppenverb\u00e4nde gegen die Stadt aufmarschierten. Ein Sto\u00dftrupp in \nRichtung Menden traf auf die Vorposten des Infanterieregiments Nr. 24, \nwelches direkt aus Dresden mit der Bahn nach Westfalen verlegt worden \nwar. Aber auch Artillerie und Kavallerie, sowie ein Bataillon des \nInfanterieregiments Nr. 17 waren im Anmarsch. <br>Aufgrund der \nbedrohlichen Situation setzten sich die Hagener Verb\u00e4nde, welche \nau\u00dferhalb Iserlohns einquartiert waren, am 16. Mai ab und lie\u00dfen die \nIserlohner im Stich. Die wiederum waren sich uneins, ob man k\u00e4mpfen oder\n kapitulieren sollte. Die Verantwortlichen des Sicherheitsausschusses \nverfassten eine Nachricht an den Kommandeur der Truppen, indem sie \nversicherten, die Stadt werde sich kampflos ergeben. Doch die Nachricht \nerreichte den General von Hannecken nie und auch die Order, wei\u00dfe Laken \nzum Zeichen der friedlichen \u00dcbergabe aus den Fenstern zu h\u00e4ngen, wurde \nin der Stadt nicht befolgt. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am 17. Mai 1849, w\u00e4hrend auch in \nElberfeld der Aufstand sich aufl\u00f6ste, marschierten die preu\u00dfischen \nTruppen auf Iserlohn zu. An den Stadttoren kam es zu kurzen Schie\u00dfereien\n mit Aufst\u00e4ndischen. Als jedoch die Artillerie die H\u00e4user und Mauern \nneben den Barrikaden zerschoss und die &nbsp;Soldaten in die Stadt st\u00fcrmten, \nzerbrach der Widerstand. Das letzte Gefecht entbrannte am Rathausplatz. \nDie Verluste der Linientruppen waren gering, so hatte das \nInfanterieregiment Nr. 24 nur vier &nbsp;Verwundete zu beklagen. &nbsp;Tragisch \nwar jedoch der Tod &nbsp;von Oberstleutnant Schr\u00f6tter, Kommandeur des \nF\u00fcsilierbataillons der 24er. Beim Vorgehen in den Stra\u00dfen Iserlohns \nwurde er aus dem Hinterhalt von einem Aufst\u00e4ndischen erschossen. Der Tod\n des beliebten Offiziers lie\u00df die Soldaten in die H\u00e4user st\u00fcrmen und \nalle verd\u00e4chtigen Personen, gleich welchen Alters oder Geschlechts, \nniederschie\u00dfen oder mit dem Bajonett erstechen. Es gab unter der \nZivilbev\u00f6lkerung mehr als 120 Tote und mehrere Verletzte. Zahlreiche \nPersonen wurden verhaftet, etwa 80 von ihnen angeklagt. Die Mehrheit \nallerdings wurde in den nachfolgenden Gerichtsverfahren freigesprochen.<br>\u00dcber Iserlohn und Hagen wurde der Belagerungszustand verh\u00e4ngt und Truppen bei den B\u00fcrgern einquartiert.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Hagen zogen am 10. Mai etwa 400 Landwehrangeh\u00f6rige unter der schwarz-rot-goldenen Fahne nach Iserlohn. Dort erhielten sie Unterst\u00fctzung aus den \u00fcbrigen Industrieorten der ehemaligen Grafschaft Mark, aber auch aus den l\u00e4ndlichen Teilen des ehemals kurk\u00f6lnischen Sauerlandes. In Iserlohn wurde das Zeughaus gest\u00fcrmt und die Offiziere verjagt. 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