Event im Oktoberwochenende 2021

Das erste Mal seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hatte die Interessengemeinschaft am dritten Oktoberwochenende 2021 das Odenwälder-Freilandmuseum Gottersdorf belebt.

Das Schneiderehepaar Carl und Cornelia war in das „Armenhaus“ gezogen und das Bürgerehepaar Icke und Verena zog in die „Ziegelei“. Anders als bisher, richteten die Preußen ihre Wachtstube im Keller der Ziegelei ein, da der des Backfischhauses wegen Renovierungsarbeiten nicht zur Verfügung stand.

Nachdem alles eingerichtet war, traf man sich und aß gemeinsam. Verena und Icke hatten alle zu einem leckeren Mittagessen eingeladen. Musketier Bernd verbrachte den Tag damit, die Wachtstube mit einem Regal und Bilderrahmen auszustatten, welche er vor Ort herstellte. Obergefreiter Christian stellte Passierscheine aus. Alles ging eben seinen alltäglichen Gang. Dabei wurde viel geredet. Na klar, war ja auch viel nachzuholen, nach der langen Zwangspause. So wurde der Abend auch sehr feuchtfröhlich…

Am Samstag wurde es dann etwas ernster. Die Preußen exerzierten und patrouillierten durch die Gegend und kochten „Himmel und Erde“ über dem Lagerfeuer. Derweil ging das Leben im Dorf seinen Gang. Der Schneider arbeitete, und die zwei Holzhändler aus Karlsruhe, Michael und Alex, machten sich auf den Weg, neue Ware in Augenschein zu nehmen. Bei einer Kontrolle ihrer Papiere durch einen Posten stellte sich allerdings heraus, dass eben diese nicht da waren. Die zwei Verdächtigen wurden unter Arrest gestellt und dem Obergefreiten vorgeführt. Sogleich beschuldigten sie den Schneider, sie in der Nacht ausgeraubt zu haben. Es folgte eine Hausdurchsuchung und dabei gingen die Soldaten nicht feinfühlig vor. Doch weder Papiere, noch das angeblich gestohlene Geld tauchten dabei wieder auf. Letztlich fanden sich die Pässe dann doch im Gepäck der Reisenden, welches sie mit sich führten und das Szenario endete für alle gut. Es war mit dem nötigen Ernst durchgeführt worden, glitt nicht in Albernheit ab und machte allen Beteiligten Spaß.

Am Abend waren die einzelnen Gruppen unter sich. Die Soldaten sangen gemeinsam und der Obergefreite las den Musketieren aus einem amüsanten Buch vor, während die Zivilisten sich mit der Lektüre von Zeitungen und Büchern, mit Gesprächen und Spielen die Zeit vertrieben.

Am Sonntag wiederholten wir vor größerem Publikum noch einmal die Hausdurchsuchung beim Schneider, jedoch suchten die Soldaten diesmal eine deutsche Fahne. Da sie nicht gefunden werden konnte, reichten dem Obergefreiten die gefundenen revolutionären Schriften, um den Schneider zu verhaften. Den Besuchern, die an diesem schönen Tag den Weg ins Museum gefunden hatten, gefiel es und tolle Gespräche zwischen Darstellern und Besuchern entsponnen sich im Anschluss.

Unter den Auflagen des Museums und des Landes Baden-Württemberg, bzw. der Kommune war es eine „besondere“ Veranstaltung. Aber den widrigen Umständen zum Trotz haben wir das Beste daraus gemacht und so war es alles in allem eine schöne Veranstaltung, die nach so langer Zeit wieder Lust auf mehr gemacht hat. Die Bilder sprechen für sich!

Die Bilder sind von Michael Paulick und Christian Wolff.

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